Neue Serie: Spaniens Städte – Neuentdeckung Cádiz 

Cádiz hat keinen Massentourismus á la Barcelona, Madrid oder Valencia. Zudem warten in der wunderbaren Altstadt viele Entdeckungen.

Der kühlende Wind könnte heute nicht angenehmer sein. Obwohl es noch früh am morgens ist, ist es schon sehr war. Temperaturen über 30 Grad sind für heute angesagt. Den Stadtbummel haben wir daher kurzerhand auf den Abend verlegt. Wir wollen es tagsüber wie Halle Berry im James Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ machen: im kühlen Wasser planschen. Denn die Szene, in der Halle Berry aus dem Meer kommt, wurde nicht in Havanna gedreht – wie es im Film erzählt wird – sondern eben in Cádiz.

Abkühlung zu finden, fällt in Cádiz nicht schwer, denn es stehen drei gleich Stadtstrände zur Verfügung. Zum einen der Altstadtstrand Playa la Caleta und die beiden Strände Santa María del Mar und Playa de la Victoria in der Neustadt. Letzterer ist zudem speziell für Rollstuhlfahrer ausgestattet und verfügt über einen rolligerechten Zugang und vier ausgewiesenen Rolliplätzen und behindertengerechter Toilette am Strand.

Doch auf die Idee kommen heute nicht nur wir sondern die ganze Stadt scheint sich an den Stadtstränden niederzulassen. Cadíz liegt tief im Südwesten Spaniens am Atlantik.  Zwar verfügt es über keinen eigenen Flughafen, doch nach Jerez de la Frontera und seinem internationalen Flughafen sind es gerade mal 35 Kilometer. Viele Spanier nutzen auch die perfekte Anbindung an das Bahnnetz, denn mittels Zug ist man in 90 Minuten von Sevilla nach Cadíz gefahren (einfache Strecke ab 16 Euro). Das nutzen auch viele Spanier aus.

Unverfälschter Charme

Natürlich hat Cadíz auch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Etwa die Kathedrale mit der neoklassizistischen Fassade und seine mit gelben Kacheln verzierte Kuppel. Oder der Torre Tavira mit seinem weißen Barockturm und den roten Verzierungen. Grandios ist allerdings auch das Römische Theater. Es wurde erst 1980 durch Bauarbeiten wiederentdeckt. Damals, so Historiker und Fachleute, hatte es einen Durchmesser von rund 120 Metern und bot Platz für 20.000 Zuschauer.

Was uns jedoch am besten gefallen hat, war der Charme der Altstadt. Sie ist hier noch nicht auf Hochglanz getrimmt und vollgestopft mit Zara-Läden oder anderen Filialen internationaler Konzerne. Die Altstadt wirkt daher weitaus authentischer und hat noch Ecken, die einen mal eben hundert Jahre zurück versetzen. Regelrecht begeistert waren wir von dem Plaza de la Catedral. Es ist ein großer Platz direkt vor der Kathedrale und ist sozusagen die gute Stube der Altstadt. Hier kann man sich stundenlang in einem Café  erholen und dabei das lebendige Treiben geniessen. Wem es hier etwas zu bunt ist, der kann sich auch auf einem anderen Platz in der Altstadt niederlassen. Der Plaza de San Antonio. Wer zudem mit einem Auto unterwegs ist, kann auch gleich den Platz ansteuern, den unter dem Platz befindet sich ein großes Parkhaus. Eingerahmt wird der Platz von prächtigen Stadthäusern und natürlich von einer Kirche, der „Iglesia de San Antonio“

Da wir nach dem langen Strandtag jetzt hungrig sind, wollen wir nunmehr lecker essen gehen.  Als Fressgasse lässt sich die Calle Virgen de La Palma bezeichnen. Sie wird ihrem Namen gerecht, weil entlang der Gasse zahlreiche (kleine) Palmen stehen. Hier reiht sich ein Restaurant an das andere und am Abend wird es hier rappelvoll. Allerdings nicht um 18 oder 19 Uhr, denn Spanier gehen erst um 21 oder 22 Uhr essen.

Eine weitere Attraktion ist aber auch der Mercado Central, der Zentralmarkt in der Altstadt. Hier gibt es viel zu bestaunen, denn nicht nur Gemüse und Obst sondern auch fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte werden hier verkauft. Doch im Zentralmarkt kann man auch verkosten, denn es gibt hier auch Essenstände. Hier kann man sich den Bauch mit Paella, Omelette mit Garnelen, Churros mit Schokolade oder Tapas voll hauen ohne ein Vermögen bezahlen zu müssen. Die Verkaufsstände schliessen zwar gegen 15 Uhr, doch die Essensstände öffnen nach einer langen Siesta wieder ab 16 Uhr und haben dann bis Mitternacht (samstags sogar bis ein Uhr nachts) geöffnet. Der Markt ist barrierefrei zugänglich und verfügt über eine behindertengerechte Toilette.

Natürlich gibt es auch in Cádiz barrierefreie Sehenswürdigkeiten zu berücksichtigen. So zum Beispiel das sehenswerte Museo de Cádiz (Plaza de Mina) oder auch die Bodegas Barbadillo „Museo de la Manzanilla“ ist weitestgehend barrierefrei. Mir genügt jedoch schon ein Spaziergang durch die atmosphärische Altstadt, die weitaus mehr Flair hat, als die überlaufenen Metropolen Madrid und Barcelona.

Cádiz in Kürze

Anreise

Zur Anreise kommen die Flughäfen von Jerez de la Frontera (Transferzeit zirka 40 Minuten), von Sevilla (90 Minuten) oder von Malaga (zirka 3 Stunden) in Frage. Condor, Eurowings und Tuifly fliegen ab mehreren deutschen Flughäfen nach Jerez de la Frontera. Zudem auch Easyjet (nur Berlin) und Ryanair (nur ab Hahn).

Unterkunft

Hotel Playa Victoria Palafox

-Kurzbeschreibung: Das 4-Sterne Hotel liegt an der Strandpromenade, mitten in der sogenannten „Goldenen Meile (milla de oro) und hat einen direkten Strandzugang. Es verfügt über 188 Zimmer und Suiten. Zudem verfügt es über einen Pool und behindertengerechte Zimmer (nicht alle Bereich des Hotels sind barrierefreie erreichbar).

-Preise: Ab 95 Euro p.P./DZ mit seitlichem Meerblick inklusive Frühstück und WLAN (15.-16.09.2018, via booking.com).

Neue Serie: Spaniens Städte

  1. Teil: Sevilla (April 2018)
  2. Teil: Cádiz (Mai 2018)
  3. Teil: Valencia (Juni 2018)
  4. Teil: Palma de Mallorca (Juli 2018)
  5. Teil: Malaga (Juli/August 2018)

Von: