Jetzt erst recht: Für ein soziales Berlin
„Gemeinsam können wir vieles schaffen!“ Mit diesen Worten stimmte Stefan Dominik Peter, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, die rund 250 Gäste der Mitgliederversammlung (Kurzform MV), die am 26. November im Umweltforum in Friedrichshain stattgefunden hat, in seiner Begrüßung auf die kommenden Monate ein.
„Das Wahljahr 2026 und die prekäre Haushaltslage schaffen schwierige Rahmenbedingungen für die soziale Arbeit“, so Dominik Peter – und das mache soziale Angebote umso wichtiger. Im Schnelldurchlauf blickte er zudem auf die gesellschaftlichen Herausforderungen zurück, die der Verband zusammen mit den Mitgliedern in den vergangenen Jahren gemeistert hat, vom Zuzug vieler Geflüchteter, über die Corona-Pandemie, bis hin zu den Haushaltskürzungen der Berliner Regierung.
In seinem Videogruß warnte Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Brandenburg, anschließend vor gesellschaftlichen Verwerfungen: „Populisten und Autokraten sowie die wirtschaftliche Krise bedrohen unsere Demokratie. Wir setzen Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit unsere wertebasierte Haltung entgegen.“
Gesprächsrunde auf der MV
„Soziales Berlin, soziales Land?“ war der Titel der anschließenden Gesprächsrunde, in der Stefan Dominik Peter mit Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, und Martin Hoyer, Geschäftsführer des Paritätischen Berlin, unter anderem über die Haushaltslage diskutiert. Die, so Joachim Rock, sei hart. Dennoch habe die freie Wohlfahrt vieles erreicht, auch durch die vorbildhafte Arbeit des Berliner Landesverbandes. Entsprechend wichtig, betonte Martin Hoyer, sei die Verzahnung von Bundes- und Landesebene, und Joachim Rock bestätigte: „Wohlfahrt ist kommunale Sozialpolitik. Die Musik spielt vor Ort.“
Um die Arbeit und die Weiterentwicklung des Landesverbands ging es auch beim nächsten Programmpunkt: Oswald Menninger, langjähriger Geschäftsführer des Verbandes und Initiator der Stiftung Parität Berlin, die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert, wurde mit einer Laudatio für seine Verdienste für den Verband geehrt. Außerdem dankte der Vorstand Prof. Dr. Gabriele Schlimper, die im Sommer als Geschäftsführerin des Paritätischen Berlin verabschiedet wurde, für ihr
Engagement für den Verband über mehrere Jahrzehnte hinweg. Gabriele Schlimper wandte sich ebenfalls mit Dank und Anerkennung an die Mitglieder: „Ich habe tiefen Respekt für jede und jeden von Ihnen. Sie sind täglich in dieser Stadt unterwegs und engagieren sich für die Menschen, die Unterstützung brauchen.“
Martin Hoyer betont in seinem Jahresbericht, dass der Verband mit großem Einsatz daran arbeite, Kürzungen im sozialen Bereich zu verhindern: „Der befürchtete Kahlschlag für die Jahre 2026 und 2027 bleibt aus. Berlin wird den bislang größten Haushalt verabschieden, und das ist auch unser Erfolg!“
Die Politik nehme den Verband wahr und sei an seinen Positionen und Analysen interessiert.
Viele positive Eindrücke blieben den Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsorganisationen, aber auch die Erkenntnis, dass die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen die soziale Arbeit nicht einfacher machen werden. Umso deutlicher wurde, dass der Paritätische Berlin die laute Stimme für ein
soziales Berlin bleibt – jetzt erst recht.
