Auch der Weg ist das Ziel

Wir stellen In der BBZ-Serie Angebote und Selbsthilfegruppen in Berlin vor. Wir möchten damit Informationen und Chancen von Selbsthilfegruppen verbreiten, außerdem zu Gruppengründungen animieren sowie Vorurteile abbauen. Diese Serie richtet sich sowohl an bereits Aktive und als auch Interessierte der Selbsthilfe.

Unter dem Motto „Trotz Schlaganfall sinnvoll leben“ haben sich Männer und Frauen zusammengefunden und die Selbsthilfegruppe „Schlaganfall“ gegründet. Und das bereits seit einiger Zeit: Die Gründung fand am 13.03.1996 im Selbsthilfehaus „Horizont“ statt. Die Selbsthilfegruppe wird seit 2007 von Petra Gottwald geleitet. „Die Ziele sind, beispielsweise, sich gegenseitig zu unterstützen, wieder Mut zum Leben zu finden und Probleme zu meistern. Da wir alle unterschiedlich betroffen sind, hat jeder andere Erfahrungen gemacht, die als Inspiration für die Mitglieder dienen können.“, erzählt Gottwald im Interview. Der Austausch über die Krankheit, Behandlungsmethoden, Therapien, Ärzte und mehr sei dabei sehr wichtig, auch wenn in der Selbsthilfegruppe selbst keine medizinische Beratung stattfinden. „Ich finde es äußerst wichtig, Gleichbetroffene zu treffen. Besonders in der ersten Zeit nach der Schlaganfalldiagnose, kann die Gruppe den anderen Teilnehmenden Halt und Orientierung geben sowie neue Wege für die Bewältigung des Alltags aufzeigen“, so Gottwald. Weiter berichtet sie, dass schon der Weg zu den regelmäßigen Treffen eine Hürde oder eine Herausforderung sein kann. Doch das trainiere direkt schon Fähigkeiten wie die Orientierung, Zeitplanung sowie Kommunikation. 

Ferner erzählt Petra Gottwald: „Wenn die Gruppenmitglieder zum Ausdruck bringen, dass sie gern zu den Treffen kommen, ist es für mich der Lohn für meinen Einsatz, der für mich oft mühevoll ist. Daraus nehme ich mir die Kraft, unvermindert die Gruppenarbeit fortzuführen, obwohl ich selbst betroffen bin.“

Die Selbsthilfegruppe „Schlaganfall“ trifft sich jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 14.00 bis 16.00 Uhr. Bei jedem Treffen gibt es in der ersten Stunde ein Gedächtnistraining. Anschließend wird sich über vielerlei Interessantes und Neues ausgetauscht. Es gibt auch gemeinsame Unternehmungen, wie Besuche von Kinos und Ausstellungen. Auch Ausflüge sind eine willkommene Bereicherung. „Da wir auf eine behindertengerechte Einrichtung angewiesen sind, sind wir in das nahegelegene Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel umgezogen. Wir gehören weiterhin zu der Selbsthilfekontaktstelle „Horizont“ und werden durch das Team in unserer Arbeit unterstützt. Unsere Gruppe ist offen für neue Mitglieder“, ergänzt Petra Gottwald am Ende.

Interessenten können sich an die Selbsthilfe Kontaktstelle „Horizont“ wenden: Ahrenshooper Straße 5, 13051 Berlin | Telefon: 030 9621033

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