Lachen befreit – und stärkt das Immunsystem

 Serie: Natürliche Helfer für die Immunabwehr, Teil 8

Manchmal sieht es so aus, als ob Menschen „sich krank lachen“. So sagt man, obwohl im Grunde das Gegenteil geschieht: Denn Lachen hält gesund, weil es Menschen glücklich, ja sogar regelrecht euphorisch machen kann, weil es den Kopf von schweren Gedanken befreit, und weil es auch den Körper in verschiedener Hinsicht entspannen und sogar das Immunsystem stärkten kann.

Schon in der sehr alten Tao-Yoga-Tradition ist das innere Lächeln eine wichtige, hilf- reiche Entspannungsübung: So nimmt man lächelnd Kontakt zu den inneren Organen auf und schließt gleichsam Freundschaft mit ihnen. Gleichzeitig kann man sich mit dieser Übung eine möglicherweise ergiebige Quelle innerer Heilung und seelischer Ausgeglichenheit erschließen. Auf diesem inneren Lächeln beruht letztlich das heute auch in der westlichen Welt, auch in Berlin schon bei vielen bekannt gewordene Lachyoga. Der indische Arzt Dr. Madan Kataria hat in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Indien die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Lachforschung, der Gelotologie in die Praxis umgesetzt: Er gründete die ersten Lachclubs, in denen Menschen aller Alters- und Berufsgruppen zusammenkamen, um etwas für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu tun. Gemeinsam versuchten sie pantomimische Übungen, die zum Lachen anregen sollten, und kombinierten diese mit Dehn- und Atemübungen aus dem Yoga. Wichtig war für Dr. Kataria dabei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Lachtreffs so spielerisch wie möglich an die Übungen herangingen, so wie sich oft Kinder dem Leben nähern. Da mittlerweile sehr viele Menschen die positiven Auswirkungen von Lachyoga am eigenen Leib erfahren haben und erfahren wollen, gibt es heutzutage fast überall erreichbare Lachyogaseminare und -treffs.

Positive Auswirkungen des Lachens

Sehr viele Muskeln des menschlichen Körpers werden bei einem kräftigen Lachen betätigt und dabei auch trainiert. Durch die schnellere Atmung beim Lachen wird offenbar auch die Lungenfunktion gestärkt. Gleichzeitig wird bei der Lachatmung vermehrt Kohlensäure, die bei der Fettverbrennung als Abfallprodukt entsteht, ausgeatmet und die Lunge gut durchlüftet. Außerdem kann Lachen auch Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, da die Verbrennung von Cholesterin gefördert und die Durchblutung angeregt wird.

Stärkung des menschlichen Immunsystems

Und auch das menschliche Immunsystem lacht beim Lachen gleichsam mit. Denn nach jedem kräftigen Lachen befinden sich vermehrt Abwehrstoffe im Blut der Men- schen: So steigt zum einen die Zahl der Immunglobuline, das sind Eiweißkörper in unserem Mundraum, die Infektionen vorbeugen können. Zum anderen steigt auch die Zahl der Zytokine, das sind Bestandteile der weißen Blutkörperchen, die der körpereigenen Abwehr dienen, zum Beispiel auch die Vermehrung von Tumorzellen hemmen. Der Anstieg der Zahl der Immunglobuline ist wohl auch dadurch bedingt, dass beim Lachen immer die Zahl der Stresshormone Adrenalin und Kortisol im Blut sinkt. Untersuchungen haben offenbar bereits zeigen können, dass die Vermehrung der Immunglobuline und die damit verbundenen schützenden Effekte bis zu zwölf Stunden anhalten können. Hinzu kommt, dass beim Lachen auch der Stoffwechsel angeregt wird. Dadurch werden Endorphine freigesetzt, die die Menschen in so etwas wie einen Glückszustand versetzen können. So ist es keineswegs eine „Schnapsidee“, wenn heutzutage in Krankenhäusern und besonders auf Kinderkrankenstationen immer wieder und immer öfter Krankenhausclowns anzutreffen sind.

Da beim Lachen oder infolge des Lachens im menschlichen Körper auch vermehrt entzündungshemmende Stoffe gebildet werden, können solche Lachclowns, kann so etwas wie der Besuch eines guten Kabaretts wohl auch dazu beitragen, einer Erkrankung vorzubeugen.

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