Das menschliche Immunsystem schwächende Faktoren

Serie: Natürliche Helfer für die Immunabwehr, Teil 9

Im Zusammenhang mit dieser Artikelreihe geht es für ein Jahr immer wieder, in jeder BBZ-Ausgabe aufs Neue um Möglichkeiten, das menschliche Immunab- wehrsystem und mit diesem den körpereigenen Schutz vor Infektionen und Erkrankungen zu stärken. In dem folgenden Artikel werden aber Faktoren genannt, die das menschliche Immunsystem schwächen bzw. schwächen können. Denn auch das Wissen darum hat Bedeutung, das Wissen, was man besser meiden oder zumindest nur mit Vorsicht zu sich nehmen sollte, wenn man die Gesundheit schützen oder stärken will.

Alkoholika können Immunabwehr blockieren

Von US-amerikanischen Wissenschaftlern konnte es in Versuchen an Mäusen bereits gezeigt werden: Bei Alkoholkonsum werden zwei für die menschliche Immunabwehr entscheidend wichtige Komponenten blockiert. Zum einen der Protein-Rezeptor TLR4, der für die Mobilisierung von Abwehrkräften wichtig ist, zum anderen anderen auch bestimmte Moleküle, die so genannten Zytokine, die dem Körper im Falle einer Infektion signalisieren, dass die Eindringlinge angegriffen werden sollten. Besonders zu beden- ken ist unseres Erachtens auch, dass sich Alkoholika wie Bier, Wein oder Schnaps nicht nur unmittelbar, also direkt nach dem Konsum negativ auf das Immunsystem auswirken, sondern auch noch viele Stunden später. Von den Forscherinnen und Forschern wurde festgestellt, dass einige der Zytokine auch nach dem Alkoholkonsum nicht wieder voll funktionsfähig waren.

So führt Alkoholkonsum offenbar nicht nur zum Verlust von Gehirnzellen, zu Organschäden und dem, was oft „Kater“ genannt wird, sondern auch zu einer Schwächung des menschlichen Immunabwehr- systems, je größer die getrunkenen Alkoholmengen sind, desto mehr. Offenbar wird das Immunsystem, wenn man sich einen Rausch antrinkt, für mindestens 24 Stunden deaktiviert; der auf einen Rausch folgende Kater ist also das kleinere Übel. Besonders bei einem bereits geschwächten Immunabwehrsystem sollte der Konsum von Alkohol deshalb deutlich reduziert, am besten ganz eingestellt werden.

Zigarettenrauch lähmt die Flimmerhaare

Und auch das Rauchen von Zigaretten wirkt sich, wie Wissenschaftler an der amerikanischen Yale-Universität herausgefunden haben, negativ auf das Immunsystem aus, insofern das Rauchen zu Entzündungsprozessen im Gewebe führt. Offenbar können bereits vier Zigaretten das Reinigungssystem von Bronchien, den Lungenbläschen für einen ganzen Tag deaktivieren, also weitgehend lähmen. Durch den Rauch und das Nikotin einer einzigen Zigarette werden die so genannten Flimmerhaare der Bronchien bereits für sechs Stunden gelähmt. Und das bedeutet, dass sie ihre wichtige Funktion, den Abtransport von Staub, Bakterien, Viren, Schimmelpilzen und anderem aus den Bronchien erst mal nicht mehr erfüllen können. Auf diese Lähmung der Flimmerhaare reagiert der Körper mit der Bildung einer Schleimschicht, die Bakterien, Viren und anderes abfangen soll. Die Bildung einer solchen Schleimschicht wiederholt sich, wiederholt sich immer wieder, so dass die Schleimschicht immer dicker wird und die betroffene Person immer schlechter atmen kann. An den Bronchienwänden entstehen Entzündungen, die zum so genannten „Raucherhusten“ führen können. Wenn die oder der Betroffene ganz mit dem Rauchen aufhört, können sich die Flimmerhaare zwar erholen, doch nach langjährigem Konsum sind oft irreversible Schäden entstanden. Im Hinblick auf Zigaretten kann, wenn es um die menschliche Gesundheit und insbesondere das Immunabwehrsystem geht, nur geraten werden, schnell und ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Denn leider ist es so, dass auch die beste vitamin- und nährstoffreiche Ernährung nicht sehr viel zur Stabilisierung oder Stärkung des menschlichen Immunsystems nützt, wenn weiter geraucht wird.

Menschliche Immunabwehr schwächende Faktoren

Ist das menschliche Immunsystem geschwächt, so erhöht sich infolgedessen die Anfälligkeit der betroffenen Personen für Infekte wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten, denn die Erkältungsviren treffen auf eine nur noch schwache körpereigene Abwehr. Es gibt allerdings ganz anders aussehende Störungen der menschlichen Immunabwehr: So sind Allergien so etwas wie fehlgeleitete Überreaktionen an sich harmlose Stoffe wie Milbenkot, Pollen, Nickel oder anderes. Die Abwehr ist dabei aus noch nicht abschließend geklärten Gründen fehlgesteuert und reagiert auf den Kontakt mit den Allergenen mit der Produktion von Antikörpern und der Ausschüttung von Histamin. Bei den so genannten Autoimmnunerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Typ 1 richtet sich die Aktivität der körpereigenen Abwehr gegen den eigenen Körper, bei Diabetes Typ 1 gegen die Bauchspeicheldrüse, in der das für den menschlichen Stoffwechsel so wichtige Insulin gebildet wird. Infolgedessen entsteht ein erhöhter Blutzuckerspiegel, wird eine lebenslange Behandlung mit Insulin notwendig, da sich diese Autoimmunreaktion nicht wieder in richtige Bahnen lenken lässt. Das menschliche Immunabwehrsystem schwächen oder hemmen und so die Anfälligkeit für Infekte erhöhen können zum Beispiel Stress, eine vitalstoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Umweltschadstoffe, Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, eine Immunschwäche als Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder auch die Einnahme von Antibiotika und der damit verbundene negative Einfluss auf die Darmflora. Und das sind zum allergrößten Teil Faktoren, die wir selbst aktiv beeinflussen, also oft auch vermeiden können.

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