Demo in Berlin war erfolgreich
Die diesjährige Demonstration anlässlich des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ war ein voller Erfolg. So lautete das Fazit des diesjährigen Organisationsbündnisses. Immerhin folgten dem Aufruf rund 4.500 Menschen, die an der Demonstration teilnahmen.
Besonders viele Demonstranten hatten wieder eigene Plakate erstellt, auf denen sie ihre Kritik an der derzeitigen Behindertenpolitik kundtaten oder ihre Forderungen thematisierten.
Gesetz zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes
Sehr zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter von der Abschlusskundgebung. Im Rahmen dieser übergab der Initiator einer Petition, Rene Scheer, diese an die Politik. Die Petition thematisierte die unzureichenden Gesetzesänderungen am Behindertengleichstellungsgesetz, welches derzeit debattiert wird.
Wichtigster Kritikpunkt der Protagonisten ist die Tatsache, dass die freie Wirtschaft nicht zur Schaffung von Barrierefreiheit verpflichtet wird, weshalb Raul Krauthausen (Sozialhelden) den Gesetzentwurf auf der Bühne unter großem Applaus stark kritisierte. Aber auch andere Protagonisten, wie Marcus Graupner (Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland) und Sabrina Lorenz fanden sehr kritische Worte. Um mit der Politik über die Gesetzesvorlage ins Gespräch zu kommen, folgten der Einladung der Vizepräsident des Bundestages, Bodo Ramelow (Die Linke), Simone Fischer (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Heike Heubach (MdB, SPD) und Sören Pellmann (MdB, Die Linke). Die CDU war ebenfalls eingeladen gewesen, doch kein CDU-Abgeordneter nahm die Einladung wahr. Während die Vertreter der Oppositionsparteien sich ebenfalls sehr kritisch über das Gesetz zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes äusserten, versprach Heike Heubach (SPD), sich für Verbesserungen an dem Gesetzentwurf stark zu machen.
Weitere Programmpunkte während der 70-minütigen Abschlusskundgebung war eine Diskussionsrunde mit der Berliner Sozialsenatorin, Cansel Kizilteppe (SPD). Hierbei ging es unter anderem um den Ist-Stand zur Persönlichen Assistenz. Ferner wurde auch in einer Gesprächsrunde über die Olympia-Bewerbung mit der Paralympic-Siegerin Kirsten Bruhns gesprochen. Sollte Berlin nämlich den Zuschlag bekommen, fänden auch die Paralympischen Spiele in Berlin statt. Kirsten Bruhns hat an den Paralympics in Athen, Peking und London (2004-2012) teilgenommen und dort 11 Medaillen gewonnen.
